09.05.2026, Samstag, VOH – Für die Karate-Ka des Karate Dojo Vohenstrauß im Turnverein war es wieder ein ganz besonderer Tag. In der heimischen Trainingsstätte, der Eglseehalle, stellten sich 25 Prüflinge ihrer Prüfung zum nächsthöheren Kyu-Grad (Kyu = Schüler).

Bereits um 10 Uhr ging es los: Shihan Manfred Horn, 4. Dan Shotokan (DKV) und 5. Dan Shotokan (IKS), leitete ein intensives Abschlusstraining, das ganz im Zeichen des Kumite (Partnertraining) stand. In rund einer Stunde führte der erfahrene Sensei die Prüflinge von den einfachsten Grundlagen des Partnerkampfes bis hin zum anspruchsvollen Freikampf. Dabei wurde schnell deutlich: Das Training war kein Aufwärmen, sondern bereits Bestandteil der Prüfung – und schonen durfte sich hier niemand.

Nach dem Training meldeten sich die Aspiranten offiziell an und legten ihre Ausweise vor. Sämtliche minderjährigen Prüflinge konnten anhand ihrer Stempelkarten nachweisen, dass sie die erforderlichen Trainingseinheiten absolviert hatten.

Dann war es soweit, doch diesmal lief alles etwas anders. Shihan Manfred Horn überraschte mit einer ungewöhnlichen Entscheidung: Er kehrte die traditionelle Prüfungsreihenfolge komplett um. Statt wie üblich mit dem niedrigsten Kyu-Grad zu beginnen, startete er mit den höchsten Graduierungen. Auch innerhalb der Prüfung ging er einen unkonventionellen Weg: Zunächst stand das Kumite auf dem Programm, gefolgt von der Kata und erst zum Schluss das Kihon. Normalerweise ist es genau umgekehrt. Diese Umstellung forderte von den Prüflingen besondere Flexibilität und Konzentration – Eigenschaften, die im Karate-Do unverzichtbar sind.

Und die Karateka des Dojo Vohenstrauß zeigten, was sie gelernt hatten. Jeder einzelne Prüfling gab sein Bestes und überzeugte die Prüfungskommission. Prüfer Manfred Horn und seine Beisitzer Anna Horn (3. Dan), Alexander Pilfusek (1. Dan) und Martin Wachter (1. Dan) zeigten sich durchweg begeistert von den gezeigten Leistungen. Das Ergebnis sprach für sich: Alle Prüflinge bestanden ihre Prüfung mit Bravour. Das Karate Dojo Vohenstrauß kann mit Recht stolz auf seine Schüler sein.

Im Namen des Dojo Vohenstrauß dürfen wir zur bestandenen Prüfung gratulieren:

9. Kyu / weißer Gürtel: Kilian Troidl, Aurelio Müller, Ben Eder, Emilia Sauer, Jürgen Nachtmann, Evelyn Rögner, Monika Weig

8. Kyu / gelber Gürtel: Silvia Meißner, Stefanie Rögner, Claudia Hammerl, Daniela Sauer

7. Kyu / oranger Gürtel: Leandra Troidl, Jasmin Baron, Lars Baron, Markus Götz, Ludwig Schön

6. Kyu / grüner Gürtel: Max Eiber, Thomas Eiber, Michael Kleber, Franz-Joseph Kleber, Nombo Samuel

4. Kyu / blauer Gürtel: Hannah Lamm

3. Kyu / brauner Gürtel: Thorsten Summa


Eine besondere Ehrung: Ernst Kirschsieper erhält den 4. Kyu ehrenhalber

Zum Abschluss der Prüfung wurde es emotional. Martin Wachter (1. Dan) bat Ernst Kirschsieper nach vorne und hielt eine vorbereitete Laudatio, die den Anwesenden unter die Haut ging.

Ernst Kirschsieper begann seinen Karateweg im Jahr 2017 beim Dojo Vohenstrauß. Seitdem engagiert er sich nicht nur aktiv im Training, sondern gerade in den letzten Jahren auch unermüdlich neben der Tatami: Als Wettkampfarzt auf der Bezirksmeisterschaft, als Chefkoch, der bei Lehrgängen für kulinarische Köstlichkeiten sorgt, als Fotograf und, was am wichtigsten ist, als guter Freund. Ernst verkörpert Karate auf eine Art und Weise, wie man sie sich schöner nicht erträumen könnte. Für ihn steht längst nicht mehr nur die Technik im Vordergrund, vielmehr lebt er die Charakterschulung, das Bewahren eines klaren Geistes und die wahre Philosophie des Karate: Respekt und Höflichkeit. Ein wahrer Vorzeige-Karateka.

Obwohl Ernst erklärt hatte, dass sein aktiver Karateweg vermutlich an sein Ende komme und Prüfungen für ihn nicht mehr an der Tagesordnung stünden, sahen der Trainerstab und die Abteilungsleitung das etwas anders. Einstimmig beschlossen alle Trainer, Prüfer und die Abteilungsleitung, Ernst Kirschsieper offiziell den 4. Kyu im Shotokan ehrenhalber zu verleihen. Eine mehr als verdiente Anerkennung für seinen außergewöhnlichen Einsatz.

Die Nachricht wurde mit großem Applaus und sichtlicher Rührung aufgenommen.


Ein Abschied, der schwerfällt

Doch dieser Prüfungstag trug auch einen Wermutstropfen in sich: Für Shihan Manfred Horn war es die letzte Kyu-Prüfung als aktiver Prüfer im Dojo Vohenstrauß. Nach vielen Jahren, in denen er unzählige Karate-Ka auf ihrem Weg begleitet, gefordert und gefördert hat, zieht er sich aus dem Prüfungswesen zurück. Eine Nachricht, die mit großem Bedauern aufgenommen wurde, denn Manfred Horn hat das Karate Dojo Vohenstrauß wie kaum ein Zweiter geprägt. Seine Strenge, gepaart mit seiner Leidenschaft für die Kampfkunst und seiner Fürsorge für jeden einzelnen Schüler, hat Generationen von Karate-Ka geformt. Dieser Rückzug ist wohlverdient, und das gesamte Dojo dankt Shihan Manfred Horn von ganzem Herzen für seinen unermüdlichen Einsatz. Seine Verdienste für das Karate in Vohenstrauß sind von unschätzbarem Wert.

Gemütlicher Ausklang beim Schlosswirt

Den krönenden Abschluss dieses besonderen Tages feierten die Karateka anschließend im Gasthaus Schlosswirt in Altenstadt. Bei gemütlicher Atmosphäre im Biergarten und guten Gesprächen ließen viele den erfolgreichen Prüfungstag Revue passieren. Einmal mehr zeigte sich: Das Karate Dojo Vohenstrauß ist nicht nur eine Trainingsgemeinschaft, sondern eine echte Karate-Familie.