Von Thüringen nach Tirol

Heuer haben wir als unser Frühjahrs-Highlight das InnsbruckAlpin Trailrun Festival ausgesucht. Petra meinte, wir sollten doch eine Woche vorher nochmal schnell beim Bleilochlauf über 24 km starten. Da mich die Strecke angesprochen hat und der Anfahrtsweg unkompliziert war, meldete ich mich noch kurzfristig an.

So standen wir zu zweit an der Startlinie des Bleiloch Classic Laufes. Die Strecke wartete mit wenig Höhenmetern auf (350) und führte abwechslungsreich und gut zu laufen um den Bleilochstausee. Start und Ziel befand sich an einem Campingplatz. Petra war gut unterwegs und konnte 10 Minuten schneller als ich im Ziel einlaufen. Zum ersten Mal im Einsatz hatten wir auch unsere Mehrwegbecher, da dieser Lauf ohne den üblichen Plastikmüll auskommen sollte. Nach einer kurzen Dusche am Campingplatz folgten wir noch der Siegerehrung und ließen uns die Zielverpflegung schmecken. Gespannt, was uns wohl am nächsten Wochenende erwarten würde, machten wir uns auf den Heimweg.

Schon am nächsten Freitag war die Abfahrt nach Innsbruck geplant. Diesmal waren Petra, Johanna, Richard, Tanja und ich unterwegs. Während Johanna und Tanja sich für die 25 km mit anspruchsvollen 1000 Höhenmetern entschieden hatten, wollten wir anderen die 42 km mit 1300 Höhenmetern unter die Laufschuhe nehmen. Heiß diskutierten wir, was uns wohl auf der Strecke erwarten würde.

Der K25 führte von Innsbruck hinauf zum Natterer See und startete bereits um 8.00 Uhr morgens. Von dort aus ging es für uns um 12.30 Uhr an den Start, den wir mit einem Shuttlebus erreichten. Aufgrund dieser verschobenen Startzeiten konnten wir den Zieleinlauf von Tanja und Johanna mitverfolgen. Tanja war wie gewohnt schnell unterwegs und konnte den Lauf in 2:48 h beenden. Sie sicherte sich damit sogar den 3. AK-Platz in dem international besetzten Feld. Auch Johanna meisterte die Strecke sehr gut. Die 1000 hm hatten beiden Läuferinnen alles abverlangt.

Unsere Nervosität stieg von Minute zu Minute. Die Sillschlucht, die wir duchqueren durften, bereitete mir etwas Unbehagen. Im Shuttlebus hatte eine Mitläuferin geschwärmt, wie schön es dort sein, auf meine Frage, ob man dort schwindelfrei sein sollte, aber nur ausweichend geantwortet. Und endlich, der Startschuss war gefallen. Im angenehmen Tempo machten wir uns auf den Weg. Trailig und wellig konnten wir die ersten Kilometer gut laufen. Aber schon bald hatten wir aus den Augen verloren. Die Sillschlucht begann und ich dachte mir, gar kein Problem. Zum Glück hatte ich einen K65-Läufer vor mir, der den engen Pfad sicher und langsam lief. Auf dessen Beine konzentrierte ich mich. So kann ich leider den weiteren Verlauf der Sillschlucht nicht beschreiben. Petra traf ich an der nächsten Verpflegungsstation wieder. Die Schlucht war super, berichtete sie begeistert. Ein Stück der Strecke liefen wir zusammen, bevor sie wieder davonzog. In der zweiten Hälfte streiften wir auch Hall bei Innsbruck. Dort befand sich eine weitere Verpflegung und der Start des K15. Das Ziel rückte in Reichweite. Wir liefen durch eine noble Siedlung und entlang einer Wiese voller zirpender Grillen, bevor wir wieder in den Wald eintauchten. Die letzte Verpflegung war erreicht, danach wurde die Strecke geteilt. Der Ordner schickte mich geradeaus, aber schon bald kamen Zweifel auf, ob ich richtig war. Umkehren wollte ich jedoch nicht und so lief ich auf dem Forstweg weiter, um mich herum nur Läufer vom K15. Irgendwann bogen dann auch wieder die Läufer von den längeren Strecken auf den Weg. Das Ziel war nicht mehr weit entfernt. Die letzte Herausforderung führte in sehr steilen und schmalen Serpentinen nach unten. Von hinten drängten immer wieder K15-Läufer nach vorn, die zum einen noch frischere Beine hatten und auch den größeren Mut. Die letzten Kilometer wurde es dann flacher, bevor uns das letzte Stück auf Teer nochmals den Inn überquerend ins Ziel führte. Als Petra nach mir eintraf war klar, das ich wirklich falsch abgebogen, bzw. eben nicht abgebogen war.  Es fehlten mir 1 km und 200 hm, aber das war nicht mehr zu ändern.

Zum Ausruhen war nicht viel Zeit, denn die Siegerehrung von Tanja stand noch auf dem Plan. Im Augustiner Bräu München gönnten wir und noch ein leckeres Abendessen, wo wir den Lauf noch einmal Revue passieren ließen. Von der Strecke waren alle begeistert, mit den Leistungen alle zufrieden. Die Organisation und die Verpflegung mit Tiroler Spezialitäten war sehr gut. Eine Wiederholung ist also nicht ausgeschlossen.

Innsbruck 1 Innsbruck 2